Sasha Marianna Salzmann
Die Hannoversche Poetikdozent*in NEUE DEUTSCHE LITERATUR 2026/2027 ist Sasha Marianna Salzmann. Salzmann wurde 1985 in Wolgograd geboren und emigrierte 1995 zusammen mit der Familie als jüdischer Kontingentflüchtling nach Deutschland. Ab 2005 studierte Salzmann Literatur, Theater und Medien an der Universität Hildesheim und ab 2008 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2008 erschien der erste Roman Außer sich, 2021 folgte Im Menschen muss alles herrlich sein. Sasha Marianna Salzmann ist Dramatiker*in, Romanautor*in und Essayist*in und war Mitbegründer*in und bis 2013 Mitherausgeber*in des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext. Das literarische Werk Sasha Marianna Salzmanns ist vielfach ausgezeichnet, u. a. erhielt 2024 Salzmann den renommierten Kleist-Preis, mit dem das literarische Gesamtwerk ausgezeichnet wird. Salzmann thematisiert in dem Schreiben die Frage nach Identität und die Suche nach Zugehörigkeit im Spannungsfeld von Migration, Familie und Sprache.
Begründung der Jury
»Sasha Marianna Salzmanns Texte, Dramen und Essays sind genaue Beobachtungen der Gegenwart. Salzmann durchdringt gesellschaftliche und zwischenmenschliche Wirklichkeiten auf radikal eigene, ästhetisch formbewusste Weise. Erzählt wird von Diversität und Genderfluidität, von Migration, gesellschaftlichen Krisen und vom Fortwirken der Vergangenheit. Diese hinterlässt in Salzmanns Wahrnehmung ihre Spuren bis tief in die Gegenwart hinein – in Familienstrukturen, individuellen Biographien und geographischen Räumen.
Die Arbeiten von Sasha Marianna Salzmann greifen politische Themen auf und verweigern sich doch eindeutigen Zuschreibungen. Ihre Kraft liegt gerade in ihrer Vielstimmigkeit, sprachlichen Hybridität und der Unvorhersehbarkeit des ästhetischen Ausdrucks. Individuelle und kollektive Erinnerung ist in Salzmanns Texten dabei stets unabgeschlossen und widersprüchlich, Identität in sich wandelbar und nie statisch. Aus dieser Bewegung heraus entsteht ein Werk, das politisch wach und sprachlich hochsensibel ist und das der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und dem Theater der Gegenwart entscheidende Impulse verleiht.«
Vita
Sasha Marianna Salzmann ist Prosa- und Theaterautor*in, Essayist*in, Dramaturg*in und Kurator*in. Zusammen mit Deniz Utlu war Salzmann Mitherausgeber*in des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext. Sasha Salzmann war jahrelang Hausautor*in des Maxim Gorki Theaters Berlin und künstlerische Leitung der Theaterbühne »Studio Я«.
Sasha Salzmanns Theaterarbeiten sind in über 20 Sprachen übersetzt und wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kunstpreis Berlin 2020 und dem Ludwig-Mülheims-Theaterpreis 2024. Sowohl Salzmanns Debüt Außer sich (2017) als auch der zweite Roman Im Menschen muss alles herrlich sein (2021) waren für den Deutschen Buchpreis nominiert.
2024 erhielt Sasha Salzmann den renommierten Kleist-Preis, mit dem das literarisches Gesamtwerk ausgezeichnet wird.

© Svenja Wiese
Auszeichnungen
- 2002: Stipendium Literatur Labor Wolfenbüttel
- 2009: Exil-DramatikerInnenpreis der Wiener Wortstaetten für Weißbrotmusik
- 2012: Kleist-Förderpreis für Muttermale Fenster blau
- 2013: Publikumspreis bei den Mülheimer Theatertagen für Muttersprache Mameloschn
- 2017: Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung für Außer sich (Debütroman)
- 2017: Mara-Cassens-Preis für Außer sich
- 2018: Nestroy-Theaterpreis für Muttersprache Mameloschn (beste Off-Produktion, Theater Nestroyhof Hamakom)
- 2019: Kunstpreis Berlin in der Sparte Darstellende Künste
- 2022: Preis der Literaturhäuser
- 2022: Hermann-Hesse-Literaturpreis für Im Menschen muss alles herrlich sein
- 2023: Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur
- 2024: Kleist-Preis
- 2024: Ludwig-Mülheims-Theaterpreis
Werke

Weißbrotmusik / Satt: Zwei Theaterstücke
Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2015

Außer sich
Suhrkamp, Berlin 2017

Im Menschen muss alles herrlich sein: Roman
Suhrkamp, Berlin 2021

Gleichzeit: Briefe zwischen Israel und Europa
Suhrkamp, Berlin 2024

Danja, mein dementes jahrhundert
Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2025